Was ist spielen:

Kinder erarbeiten sich die Basis für das spätere kognitive Lernen im wahrsten Sinne des Wortes spielend. Im Spiel verbindet sich das Kind mit der Welt und macht grundlegend Erfahrungen. Durch diese Erfahrungen, mit viel Bewegung verbunden, bilden sich neue Synapsen (Verbindungen) im Gehirn des Kindes. Spielen stärkt die Gesundheit, fördert die Motorik und sorgt für Wohlbefinden. Das ist besser als jedes Förderprogramm.

Spielen ist ein Grundbedürfnis auf das jedes Kind Anrecht hat.

Um das schöne Gefühl vom «im Spiel versinken» zu erleben, braucht es nicht allzuviel. Eine dem Kind entsprechende Umgebung, Plätze und Orte wo sie selber gestallten und verändern können, Wasser Erde, Steine, Holz, Gebüsch, Tiere und ganz wichtig, andere Kinder und viel, viel Zeit.

Kinder brauchen das Wohlwollen der Erwachsenen welche ihnen das ermöglichen, Erwachsene welche sich auf Kinderaugenhöhe begeben und Erwachsene welche das so wichtige freie Spiel der Kinder respektieren.

Räume, welche dieses freie, naturnahe Spielen zulassen werden immer seltener. Da braucht es Naturspielplätze und Abenteuerspielplätze dringend. Auf Spielplätzen mit überwiegend fixen Spielgeräten und vorgegebenen Spielfunktionen ist schnell ausgespielt. Die Kinder konsumieren statt zu erfahren. Schaukeln, Klettergerüste, und Rutschen gehören in einer guten Form aber selbstverständlich dazu.

Draussen in Bewegung:

Draussen spielen fördert die Gesundheit durch Bewegung an der frischen Luft. Spielen steigert das Wohlbefinden durch schöne Erfahrungen und Spass. Alle Sinne werden angeregt, durch Wind und Wetter, Gerüche, verschiedenste Strukturen, veränderbares Material, Kontakt mit anderen Kinder. Das sind unbezahlbare Grundsteine für eine gesunde Entwicklung.

Motorik und Selbstvertrauen:

Die Kinder lernen sich selber kennen und einschätzen, wenn sie rennen, klettern und toben. Wie stark bin ich? Wer ist der schnellste? Wie hoch traue ich mich zu klettern? Das gibt Selbstvertrauen in die eigene Kraft. Etwas solange zu wiederholen bis ich es kann, denn Grösseren Kindern abschauen wie etwas geht, das Erfolgsgefühl, wenn ich es geschafft habe.

Motivation:

Alle Menschen rund um den Globus spielen, es ist ein Urbedürfnis und in jedem Menschen veranlagt. Der Spieltrieb ist Antrieb, um im Leben vorwärts zu kommen, um das Leben zu meistern. Spielen fördert die Gemeinschaft, lässt jeden Anteil nehmen, es geht ja «nur» ums spielen. Gemeinsam Spass zu haben und dabei zu sein tut jedem gut.

Planen und bauen:

Die Qualität und die Brauchbarkeit sind uns sehr wichtig bei unseren Spielplätzen. Darum haben wir begonnen Spielgeräte selber zu bauen, nach unseren Ideen und Vorstellungen. Das macht unglaublich Spass und hat schon diverse coole Spielgeräte hervorgebracht. Wir bauen Spielplätze von A-Z selber. Die Planung ist ein wichtiger Prozess. Diese kann auch gerne in Partizipation/Mitwirkung mit BewohnerInnen, Familien, Kindergartenkindern oder SchülerInnen erfolgen. Wenn dann noch an Helfertagen selber Hand angelegt werden kann, entstehen Plätze und Orte welche geschätzt werden und sich die Teilnehmenden dafür verantwortlich fühlen.

Sicherheit und Normen:

Damit das alles auch den aktuellsten Sicherheitsnormen entspricht und Gefahren so gut wie nur möglich gebannt werden, bilden wir uns stetig auch in diesem Bereich weiter. Die Spielgeräte und Spielplätze werden geprüft und abgenommen. Es geht nicht darum alles was Spass macht zu unterbinden oder alles durch zu normen, aber schlimme Unfälle müssen einfach nicht sein. Das liegt uns sehr am herzen. Wir sind Mitglied in der Schweizerischen Vereinigung für die Sicherheit von Spielanlagen. SVSS.

Warum Naturmaterialien? Spieloasen statt Spielwüsten

Kinder spielen gerne in naturnahen Räumen, wo sie selber umgestalten können, wo alle ihre Sinne angeregt werden. Es entspricht am meisten ihrem natürlichen Bedürfnis, so viele Erfahrungen und Sinnesanreize wie möglich zu erhalten. Sie erleben alles noch viel intensiver als Erwachsene, sie sind Erstlernende. Naturmaterialien wie Erde, Steine, Wasser, Holz, Pflanzen, Tiere geben einfach mehr Sinnesanreize als glatte, kalte Plastikoberflächen oder Bildschirme. Was sie erfühlen, riechen, probieren, verändern, das bleibt als nachhaltige Erfahrung gespeichert. Nur gesehen und erklärt ist meistens schnell vergessen. Die Naturspielplätze bieten auch den einheimischen Tieren und Pflanzen einen Platz und müssen nicht aufwändiger oder teuer sein als herkömmliche Spielplätze.